Was haben Süßigkeiten in den Socken und eine Burgfestung im Jugendkeller gemeinsam? Richtig geraten: vier Kinder, drei davon waschechte Rabauken-Jungs. Die Kissen werden plötzlich zu Munitionen und der Erwachsene auf einmal ein Riese im Sperrgebiet. „Raus aus meinem Schlafbereich!“ plärrt es aus der einen Ecke.

Herzlich Willkommen zur Lesenacht – das Highlight für die Schulkinder, die ohne ihre Eltern ausnahmsweise mal die Sau rauslassen dürfen. Mit Zucker vollgepumpt – Cola und Milchgeister, Süßigkeit, sei Dank! Am Samstagabend fand im Jugendkeller bereits die zweite Lesenacht statt, welches ein voller Erfolg war. Um 18.00 Uhr trudelten die ersten Schulkinder ein und bauten rasch ihr Schlaflager auf. Gefolgt von einem Abendessen, ging die turbulente Toberei stundenlang weiter, ehe Ines den Schulkindern mitteilte: „Noch eine halbe Stunde spielen – dann wird es Zeit für die Lesenacht und natürlich Zähne putzen nicht vergessen!“Gesagt, getan. Bald versteckten sich alle in ihren Burgzimmern und lasen in ihren mitgebrachten Büchern. Der Letzte machte die Taschenlampe gegen 01.30 Uhr aus.

Die Nachtruhe währte allerdings nur kurz, denn gegen 08.00 Uhr waren die meisten Schulkinder schon wieder wach und räumten ihr Lager. Die Realität ist zurückgekehrt – aus der Burgfestung wurde wieder ein Jugendkeller, die Süßigkeiten in den Socken sind verschwunden und aus den Riesen wurden erwachsene Leute. Gestärkt durch ein kleines Frühstück mit Croissant und Nutella verließen die ehemaligen Burgbewohner den Jugendkeller mit der Gewissheit, dass sie erst wieder zur Burg zurückkehren werden, wenn die nächste Lesenacht ansteht. Wie Peter Lustig stets am Ende seiner Sendung zu sagen pflegte: „Heute kommt nichts mehr. Also abschalten, tschüss!“ Bis zur nächsten Lesenacht!

– Nele von der Kinder- und Jugendgruppe im Bund der Schwerhörigen e.V.

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