Der Jugendvorstand im Bund der Schwerhörigen e.V. arbeitet ja bekanntlich hart – sowohl für sein Ehrenamt als auch im „normalen Leben“ für Job, Ausbildung und Studium. Daher reifte im letzten Herbst die Idee, gemeinsam ein verlängertes Wochenende wegzufahren, um einmal in Ruhe Zeit miteinander zu verbringen und die kommenden Aktivitäten zu planen. Hierzu machten wir uns im Anfang April auf dem Weg nach Lüneburg.

„Je mehr Du wiegst, desto schwerer kannst Du entführt werden … schütze Dich selbst: Iss Kuchen!“. Dieser Spruch, den wir in einem Biergarten entdeckten, fasst das Wochenende ganz gut zusammen. Wir haben gut und viel gegessen: im Cafe, beim Italiener, im Biergarten …

Nach der Anreise am Donnerstagabend stand für den Freitag eine Stadtbesichtigung auf dem Programm. Laura, die einige Jahre in der historischen Salzstadt studiert hat und seitdem bekennender Lüneburg – Fan ist, führte uns zu den schönsten Orten der Stadt. Dabei wurden Touristenmagnete wie Geheimtipps gleichermaßen angesteuert. Da einige von uns dieses Kleinod vor den Toren Hamburgs noch gar nicht kannten, war das Interesse groß. Auch Shopping kam nicht zu kurz, besonders Ines stürzte sich mit Begeisterung in die netten kleinen Läden und Outdoor Geschäfte.

Auch Grußkarten für Eltern hörbehinderter Schulkinder, welche die Kinder- und Jugendgruppe im BdS e.V. unterstützen, wurden liebevoll ausgesucht und beschrieben. Zwischendurch mussten wir uns natürlich immer wieder mit Kaffee und Kuchen stärken. Den Abend schließlich ließen wir beim Italiener mit Pizza, Pasta und Eis ausklingen. Zurück in der Jugendherberge fielen die einen erschöpft ins Bett, während sich die anderen noch bis Mitternacht verquatschten.

Am nächsten Tag sollte nun endlich mal ernsthaft gearbeitet werden. Nach dem Frühstück starteten wir mit unserer Arbeitssitzung. Hier wurden alle über aktuelle Entwicklungen und Projekte informiert und offene Fragen in der Kinder- und Jugendarbeit ausgetauscht. Es ging um die Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern wie MOTTE e.V., dem Projekt BLICKWINKEL im Bereich Kultur und Bildung, der Bundesjugend, Verband junger Menschen mit Hörbehinderung e.V. oder dem Team ElbschulEltern. Die Herausforderungen der außerschulischen Bildung, gerade im Zusammenhang Inklusion, möchten wir mit Netzwerken weiter verfolgen und aufbauen. Unsere Öffentlichkeitsarbeit möchten wir langfristig mit Medieneinsätzen, etwa mit Gebärdenvideos, barrierefrei gestalten, um weiterhin die Aufmerksamkeit unserer Zielgruppe zu erreichen. Vor allem wurde eifrig für die kommenden Veranstaltungen geplant. Neben den Angeboten für Kindergartenkinder und Schulkinder stand vor allem die geplante Wochenendfreizeit auf der Insel Norderney für junge Erwachsene bis zum 27. Lebensjahr im Fokus. Hierzu haben wir uns eine Menge einfallen lassen und Pläne geschmiedet, in die wir euch in Kürze einweihen werden.

Nach dem Mittagessen lockte uns der strahlende Sonnenschein nach draußen und da man sich nach so viel Arbeit ja auch mal etwas bewegen und belohnen muss, starteten wir einen Spaziergang (okay, die Meinungen darüber waren geteilt, einige nannten es auch Gewaltmarsch) zur – ihr ahnt es schon – nächsten Kaffee – und-Kuchen-Runde. Zunächst durch den Wald, später an der Ilmenau entlang führte der Weg zum Biergarten. Der Rückweg wurde etwas länger, anstrengender und wärmer als geplant … An dieser Stelle ein kleiner Seelenstreichler für Nele, die einen sehr harten Tag hatte: Nachdem sie vormittags bereits versehentlich in ihrem Zimmer eingesperrt wurde und nur knapp befreit werden konnte, musste sie sich nun mit Blasen an den Füßen hinter uns herschleppen. Nein, liebe Nele, so schnell musst du nicht wieder mit uns „spazieren“ gehen 😉


Zurück in der Jugendherberge standen die letzten Planungen an, bevor wir schließlich im Laufe des Abends die Heimreise antraten.
Jugendvorstand im BdS e.V.

Fotos: I.Helke, N.Möller, L.Härtel

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